Klostermühle Das Wort zum Monat Von Verzagt Bis Vermessen

Von verzagt bis vermessen.

Numeri 13v31 und 14v44

„Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark.“

„Aber sie waren so vermessen und zogen hinauf auf die Höhe des Gebirges; aber die Lade des Bundes des HERRN und Mose wichen nicht aus dem Lager.“

Wie oft schwanken wir Menschen zwischen Verzagtheit und Vermessenheit, zu Tode betrübt sein und Himmelhochjauchzen, zwischen Furcht und Hybris. Immer wieder verlieren wir unsere Ausgeglichenheit und rutschen in Niedergeschlagenheit oder Überheblichkeit.  Wir können ganz schwer die Mitte halten.  Auch auf geistlichem Gebiet ergeht es uns oft so, dass wir nicht auf Gott schauen, sondern uns von unseren Wünschen verführen lassen. Israel ist da ein anschauliches Beispiel. Erst öffnet Gott die Tür zum gelobten Land – und Israel weigert sich hineinzugehen. Dann versperrt Gott die Tür – und Israel will mit Gewalt hindurch. Beides Mal beginnt der Vers mit einem „aber“. Gott zeigt den Weg, „aber“ die Menschen machen, was sie wollen. Sie vertrauen ihrem eigenen Urteilsvermögen und folgen ihren Empfindungen und Gefühlen. Sie verlassen sich nicht auf Gottes Wort.

Israel ist verzagt.
Zuerst wollen sie nicht in das gelobte Land, weil sie Angst vor den Feinden haben und sich fürchten. Sie trauen sich nichts zu und misstrauen Gottes Zuspruch. Oft geht es uns ähnlich und wir folgen unseren Gefühlen und Ängsten und vertrauen nicht mehr Gottes Zusagen.

Israel ist vermessen.
Dann, als das Volk sich vehement weigert ins Land einzumarschieren, bestraft Gott sein Volk, indem er ihren Wunsch erfüllt uns sie nicht zur Eroberung zwingt. Konsequenter Weise erlaubt er ihnen, nun nicht mehr in das Land einzumarschieren und zieht seinen Zuspruch und seinen Schutz ab. Kaum ist das Urteil gefällt, kippt auch die Einstellung des Volkes und sie wollen nun doch mit Gewalt einmarschieren. Aber das Zeitfenster ist geschlossen und Gott mahnt sie, nicht selbst das Schicksal in die Hand zu nehmen, sondern die Strafe zu tragen. „Aber“ das Volk wird vermessen und greift auf Gedeih und Verderb an. Das Letztere erfüllt sich. Wie Israel, wollen auch wir eigenmächtig unsere Grenzen erweitern, Gottes Mahnung überhören und seine Einschränkungen überwinden. 

Gott mahnt uns, durch das Drama seines Volkes, nicht unserer eigenen Schwachheit oder Überheblichkeit zu trauen, sondern uns ganz auf Ihn zu verlassen und Ihm zu folgen. So ermahnt uns Petrus:

„So demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.“ – 2.Petrus 5v6