Tot und nutzlos

Jakobus 2v17 und 20 (Elberfelder)

„So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich tot…Willst du aber erkennen, du eitler Mensch, dass der Glaube ohne die Werke nutzlos ist“

Probleme mit dem Jakobusbrief.
Viele Leser, die aus der evangelischen Tradition Luthers kommen, haben mit diesem Text Probleme. Diese Verse scheinen der guten Nachricht vom „Glauben allein“ zu widersprechen. Luther selbst ist darüber so irritiert, dass er den Jakobusbrief in der biblischen Reihenfolge nach hinten versetzt. Ich glaube nicht, dass Jakobus die freimachende Botschaft von der Rettung des Menschen, durch Glauben allein, hier aufheben möchte. Im Bezug auf die Rettung des Menschen, durch die Vergebung der Sünden und die Gabe des heiligen Geistes, ist kein Werk von Nöten. Da reicht der Glaube allein.

Glaube wirkt.
Was Jakobus der Gemeinde allerdings mitteilen möchte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Hier geht es um das praktische Leben als Christ, es geht um die Wirkung des Glaubens. Das Wort „Glaube“ kann man nämlich auch als Mantra, als leere Sprachfloskel oder als Gemeinplatz gebrauchen. Das Bekenntnis zum „Glauben allein“ reicht daher nicht. Glaube ist mehr als ein Wort, mehr als ein Bekenntnis. Glaube ist gelebtes Vertrauensverhältnis. Glaube wird konkret im Vertrauen an ein Gegenüber. Im christlichen Glauben geht es um vertrauensvolles Leben mit Jesus Christus. Dieser Glaube, diese lebendige Beziehung zu Jesus bleibt nie folgenlos. Dieser Glaube an Jesus hat Auswirkungen.

Eine legitime Frage.
Wenn der Glaube an Jesus Auswirkungen hat, dann stellt sich die berechtigte Frage nach den Werken, den Folgen solcher Beziehung. Gibt es keine Werke, folgt keine Veränderung meines Lebens, gibt es keine substantiellen Folgeerscheinungen in unserem Glaubensleben, ist etwas nicht in Ordnung. Dann kann man sich wirklich fragen, ob die Ursache für ein neues Leben, der Glaube echt ist. Hat er keine Folgen ist er tot in sich, bleibt er nutzlos oder wirkungslos.

Jakobus drängt den Jesus-Gläubigen nicht zu mehr Leistung oder erhöhten Anstrengungen, um seinem Glauben etwas hinzuzufügen. Jakobus hinterfragt stattdessen den Lippenbekenner, den frommen Schauspieler und den selbstgerechten „Heiligen“, wo die echte Veränderung in seinem Leben sichtbar wäre und zweifelt folgerichtig an einer echten Beziehung zu Jesus.

So ein „Glaube“, der keine Auswirkung hat – ist tot und nutzlos.