Klostermühle Das Wort zum Monat Nicht Durch Eigene Frömmigkeit

Nicht durch eigene Frömmigkeit

Apostelgeschichte 3v12

„Als Petrus das sah, sprach er zu dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber, oder was seht ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann.“

Petrus heilt einen Gelähmten und das ganze Volk strömt herbei um das Wunder zu sehen. Daraufhin beruhigt Petrus das staunende Volk mit dem Hinweis darauf, dass er nicht der Wundertäter war. Es wäre nicht seine eigene Kraft gewesen, die den Gelähmten aufgerichtet hätte. Petrus ist der Gedanke so abwegig, dass er sich über des Volkes Verwunderung wundert. Dann ergänzt Petrus diesen Satz um eine entscheidende Wendung: Auch unsere Frömmigkeit kann keine Wunder vollbringen. Die Heilung des Gelähmten steht exemplarisch für ein geistliches Leben mit Gott. Niemand kann aus eigener Kraft, Fähigkeit, Begabungen und vereinten Mitteln etwas im Reich Gottes bewegen. Durch Frömmigkeit, Askese, Fasten, Spenden, gutgemeinte Rituale, Kirchenbesuch, Bibellese, Missionseinsätze oder sonst eine gute Tat können wir nichts im Reiche Gottes bewirken. Alle Selbstkasteiung ist keine Garantie, dass Gott wirkt. Frömmigkeit ist kein Mittel zum Zweck. Frömmigkeit kann Gott nicht beeindrucken. Gott lässt sich nicht erpressen. Es gibt mit Gott keinen Deal:

Regelmäßige Spenden garantieren nicht, dass wir immer finanziell solvent sind.

Ein gesunder Lebensstil garantiert keine körperliche Gesundheit.

Kirchenbesuch garantiert keine innere Ausgeglichenheit.

Fasten und Beten garantierten keine Heilungswunder.

Fromme Erziehung garantiert keine wohlerzogenen Kinder u.s.w.

Wunder geschehen allein aus Glauben: „Durch den Glauben an den Namen Jesu hat sein Name diesen (Gelähmten), den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat diesem die Gesundheit gegeben vor euer aller Augen.“ Apostelgeschichte 3v16 Es ist allein der Glaube an den Namen Jesus Christi, der helfen kann. Jesus selbst ist derjenige, der heilt.

Wenn also alle Frömmigkeit und alle Selbstkasteiung nichts garantiert, dann kann man sich fragen, warum man überhaupt fromm leben will und man sich all diese Unannehmlichkeiten aufhalst. Die Antwort darauf ist: Wir wollen fromm, d.h. Gott wohlgefällig leben, weil wir Gott lieben und weil es sich gebührt, Gott in Heiligkeit und Frömmigkeit zu begegnen. Aber Ergebnisse erwarten, Wunder erzwingen, Gesundheit erpressen können wir nicht. Die wahre Frömmigkeit, die können wir nicht wirken, die kann Gott uns nur schenken. So gilt, was Petrus im 2.Petrusbrief 1v3 zusammenfasst: Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft.“