Klostermühle Das Wort zum Monat Feiern – Ruhen Aufatmen

Feiern – Ruhen - Aufatmen

2.Mose 23v12

„Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du feiern, auf dass dein Rind und Esel ruhen und deiner Sklavin Sohn und der Fremdling sich erquicken.“

An sechs Tagen darf er seiner Arbeit nachgehen und sich den Mühen des Alltags stellen. Aber am siebenten Tag soll es einen Bruch geben, eine Auszeit. In diesem Vers werden drei verschiedene Wörter gebraucht, um zu erklären, was mit der Sabbat-Ruhe gemeint ist: Feiern, ruhen und aufatmen. Das war im Alten Testament der Sabbat (Samstag) und ist heute der Sonntag. Auf jeden Fall sollte es der siebente Tag sein.

Feiern.
Am siebenten Tage darf man feiern. Der Sonntag soll kein langweiliger Tag in der Mitte meines erfüllten Lebens sein. Er soll mich nicht frustrieren, nicht in die Leere führen. Der Sonntag soll ein Tag der Freude und des Feierns sein. An diesem Tag darf man innehalten und das Leben genießen. Man kann Erfolge feiern und Niederlagen aufarbeiten. Es gibt einem die Gelegenheit, Schwierigkeiten bewusst in die Gegenwart Gottes zu bringen und dort abzulegen. Man hat Zeit, die Gemeinschaft mit anderen Menschen zu erleben. Zusammen essen, trinken, singen, tanzen, spielen. Wer nie feiert, hat das Leben verpasst.

Ruhen.
Die Arbeit darf ruhen. Wir dürfen lernen, dass die Welt sich auch ohne unser Dazutun dreht. Wir sind nicht der Mittelpunkt allen Lebens. Wir dürfen uns rausnehmen und abschalten, innehalten, entspannen und ausruhen. Ruhen kann nur der, der loslassen kann, weil er sich gehalten und geborgen weiß. Jesus mutet uns zu, ihm so zu vertrauen, dass wir loslassen können. Wenn wir loslassen, entspannen wir und kommen zur Ruhe. Wer nicht loslassen kann, verkrampft. Wer nie zur Ruhe kommt, überdreht.

Aufatmen.
Der Sonntag dient dazu aufzuatmen. Im Hebräischen wird hier von der Seele (Näphäsch) gesprochen. Die Seele muss aufatmen. Man darf Atem holen und durchschnaufen. Wie nach einem Lauf, braucht man Zeit, um durchzuatmen und wieder zu Kräften zu kommen. Wer nie aufatmet, kommt schnell außer Atem.  

Jesus sagt „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ – Im Griechischen steht hier: „Eine Pause gönnen“. Bei Jesus dürfen wir ausgelassen feiern, zur Ruhe kommen und können aufatmen. Am Besten fangen wir nächsten Sonntag damit an.