Klostermühle Das Wort zum Monat Der Tag Ist Nicht Mehr Fern

Der Tag ist nicht mehr fern.

Römer 13v12

„Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.“

Die Naherwartung der ersten Christen.
Bei solchen Versen wird oft von der Naherwartung der Urgemeinde gesprochen. Die ersten Christen hätten fest mit dem baldigen Wiederkommen Jesu gerechnet. Viel von ihrem Elan und Eifer der ersten Christen beruhe wohl auf der Vorstellung, dass Jesus in den nächsten Tagen wiederkommen würde. Man wollte da nicht faul und untätig gefunden werden. Auch waren die Eindrücke der Jesus Begegnungen zu wach. Man hatte die Worte noch in den Ohren, die Ereignisse noch genau vor Augen und die Begeisterung über den lebendigen, auferstandenen Herrn im Herzen.

Wenn wir von der Naherwartung der ersten Christen reden, schwingt oft etwas Mitleid mit. Wir bedauern, dass sie in der „falschen Hoffnung“ auf das schnelle Wiederkommen Jesu gelebt haben. Wir schauen auf eine zweitausendjährige Kirchengeschichte zurück und haben uns von der Vorstellung des baldigen Wiederkommens verabschiedet. Wir sind aufgeklärt, abgeklärt und eingeschlafen. Man könne doch nicht nach zweitausend Jahren immer noch mit derselben Begeisterung und Anspannung Jesus folgen.

Das Ende der Welt.
Dabei hätten wir heute mehr Grund denn je auf das baldige Wiederkommen Jesu zu setzen. Die Welt ist in Aufruhr. Sie scheint aus den Fugen zu geraten. Kommunikation und Technik entwickeln sich im digitalen Zeitalter rasant. Die Welt wird ein Dorf. Informationen verbreiten sich in Windeseile um den Erdball. Wir können an jeden Ort der Welt reisen. Wir können jeden Bereich der Erde vom All aus beobachten. Die Zeichen der Endzeit nehmen zu. Erdbeben häufen sich, Kriege verbreiten sich und die Sitten verrohen. Zudem sagt Jesus, dass er selbst wiederkommen wird, wie ein Dieb in der Nacht: Ohne Vorwarnung. Ohne Ankündigung. Plötzlich und unerwartet. Wir sollten uns nicht von Endzeitpropheten bange machen lassen, aber das tun, was Jesus selbst empfiehlt: Seid wachsam!

Meine Naherwartung.
Die Naherwartung sollte eigentlich jeder Christ haben. Nicht nur weil die Welt sich ihrem Ende nähert und Jesus wiederkommen wird, wenn keiner damit rechnet, sondern weil wir jeder Zeit sterben können. Sind wir jederzeit bereit, diese Welt zu verlassen und in die ewige Herrlichkeit zu gehen? Rechnen wir damit, dass unser Leben in dieser Welt endlich ist? Wir wollen von Mose lernen, der folgendes Gebet spricht: „Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Psalm 90v12