Nichtigkeiten

2.Könige 17v15

„Dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gab, uns wandelten ihren nichtigen Götzen nach und trieben Nichtiges. Sie taten wie die Heiden um sie her, von denen der HERR ihnen geboten hatte, sie sollten nicht wie diese tun.“

In diesem Kapitel wird die Geschichte der Monarchie Israels von ihren ersten großen Königen Saul, David und Salomon, über die große Spaltung in das Nordreich „Israel“ und das Südreich „Juda“, bis hin zum Ende des Nordreiches 722 v.Chr. und der Zerstreuung unter die Völker zusammengefasst. Den Schreibern ist wichtig die Gründe zu benennen, warum sich das Nordreich „Israel“, immerhin zehn der zwölf Stämme, den Assyrern geschlagen geben muss und sie vernichtet werden. Gott hatte sie mehrmals durch die Propheten gewarnt, dass es ein Ende mit ihnen haben würde, wenn sie ihn verließen. Nun hält Gott ihnen ihr Vergehen vor Augen:

  • Denn Israel hatte gegen den HERRN gesündigt (17v7)
  • Sie wandelten nach den Satzungen der Heiden (17v8)
  • Sie ersannen was nicht recht ist (17v9)
  • Sie richteten Götzenbilder auf und dienten anderen Göttern (17v10-12)
  • Sie hörten nicht auf die Warnungen der Propheten (17v13-14)
  • Sie verachteten Gottes Gebote (17v15)
  • Sie verbrannten ihre Kinder um böser Zauberei willen (17v16)

Und dann taucht in dieser Aufzählung ein kleiner Begriff auf, den wir dort gar nicht vermutet hätten: Nichtigkeit (hebr. Häbäl). Dieses hebräische Wort heißt ursprünglich Wind oder Hauch und bedeutet: Leeres, Nichtiges.

Sünde ist nicht nur offensichtliche Gesetzlosigkeit, Böswilligkeit, Gottlosigkeit, Götzendienst und Verbrechen, sondern auch „Nichtiges zu treiben.“ Nichtigkeiten sind Gott ein Gräuel. Die Sünde Israels bestand auch darin nichtige Dinge zu tun, dem Müßiggang nachzugehen und Nichtiges anzubeten. Nun ist nichts Verwerfliches an Ruhe, Kunst, Freizeit und Zerstreuung, aber Sinnlosigkeiten zu betreiben, die auf Dauer nutz-los sind, kann Gott nicht leiden. Auch Nichtiges, wie Faulheit, Dampfplauderei, Geschwätz, Tagträumerei, Sinnlosigkeiten und Chaos können die Stelle Gottes einnehmen.

An diesem Punkt muss ich mich fragen, wo ich in meinem Leben Zeit vergeude indem ich nutz-lose Dinge tue, mich von Faulheit treiben lasse, Nichtigkeiten nachgehe und hohlen Gedanken nachsinne. Paulus ermahnt uns in Epheser 5v15-17 „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise und kauft die Zeit aus, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.“