„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden.“

2. Korinther 1,3+4

Trost ist so ’ne Sache. Manches Wort kann gut gemeint sein und wenig Trost bringen. Und manchmal muss nichts gesagt werden, aber die richtige Person einfach da sein und es bringt Trost. Und manchmal scheint im Trost die Ursache-Wirkung klar zu sein und in einem anderen Moment scheint es eher ein Wunder zu sein, für das uns logische Erklärungen fehlen, wenn uns Trost erreicht.

Wir brauchen Trost. Und ich glaube, wir brauchen ihn nicht erst in den großen offensichtlichen Trauerfällen, sondern auch schon in den großen und kleinen Enttäuschungen des Lebens, in den Träumen, von denen wir uns vielleicht verabschieden müssen, im Erleben von Verlust, in Ablehnung, die wir erfahren, in den Sorgen über die Zukunft, in körperlichen oder innerlichen Schmerzen, in der Orientierungslosigkeit und vielem mehr. Unsere Seele braucht Trost.

Und die Versuchung ist immer, dass wir uns den Trost woanders suchen, als bei dem, den der 2. Korintherbrief hier den „Vater der Erbarmungen“ und „Gott allen Trostes“ nennt. Wer seinen Trost nicht bei Gott findet, wird anfangen, ihn sich woanders zu suchen. Und auch so mancher Christ ist schon in der seltsamsten Ecke gelandet, weil er angefangen hat, sich seinen Trost woanders zu suchen. So mancher Irrweg und so manche Sünde haben ihren Ursprung in einer Trostlosigkeit tief in uns.

Und deswegen die Frage: Bist du noch ganz bei Trost?

Ob in kleiner oder großer Bedrängnis (und bei den wenigsten von uns werden es ähnliche Bedrängnisse, wie die von Paulus sein): Gott will unser Tröster sein. Schon die Propheten reden davon, dass Gott tröstet, wie „einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13). Der Prophet Simeon erwartet in Jesus den „Trost Israels“ (Lukas 2,25) und der Heilige Geist wird uns – je nach Übersetzung – als der „Tröster“ (Johannes 14,26) vorgestellt. Ich wünsch‘ uns, dass wir diesen Trost wieder bewusster bei ihm suchen, unser Herz bewusst vor ihm ausschütten und hoffentlich erleben, dass er genau der ist, den die Bibel uns beschreibt: unser Vater der Erbarmungen und unser Gott allen Trostes.

Und dann kommt der zweite Gedanke. Da, wo ich getröstet bin, kann ich Trost weitergeben. Gottes Trost geht manchmal durch Menschen zu anderen hin. Du wirst Teil von Gottes Trost an den Menschen. Und wenn meine Beobachtung mich nicht täuscht, braucht es heute viel Trost.

In Apostelgeschichte 4,36 finden wir eine interessante Randnotiz: „Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – was übersetzt heißt: Sohn des Trostes …“. An der Klostermühle hat der ein oder andere von uns auch schon seinen Spitznamen abbekommen – meist ohne allzu tiefsinnige Hintergründe rausgesucht. Und Barnabas war jetzt, ehrlich gesagt, noch nicht dabei. Tendenziell suchen wir da eher was Kürzeres und aussprachetechnisch Eleganteres. Aber ich wünsche dieser Welt viele Leute, denen wir diesen Namen von der Bedeutung her gerne geben würden. Wir brauchen mehr Barnabasse! Söhne und Töchter des Trostes. Zutiefst getröstete und deshalb tröstende Männer und Frauen.

Euer Daniel

  • Daniel Perialis

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